Richard von Weizsäcker bekommt einen Platz, Coco Schumann eine Ausstellungshalle

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„Zwei wichtige und richtige Entscheidungen für den Bezirk.“ Der CDU-Fraktionsvorsitzende Daniel Dittmar ist zufrieden. Der Kaiser-Wilhelm-Platz wird künftig den Namen Richard von Weizsäckers tragen. Die Ausstellungshalle im Rathaus Schöneberg wird nach Heinz Jakob „Coco“ Schumann benannt.

Für die Benennungen hatten CDU, Bündnis 90/Die Grünen und FDP gemeinsame Anträge in die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) eingebracht und beschlossen. „Nach unserer Initiative Richard von Weizsäcker in Tempelhof-Schöneberg öffentlich sichtbar zu machen, ist ein konstruktiver Austausch zwischen den Fraktionen entstanden – Ergebnis sind die zwei von der ‚Jamaika-Mehrheit‘ beschlossenen Anträge“ sagt Daniel Dittmar.

Ehrung beider Persönlichkeiten trotz ihres Geschlechts

Die Union findet es sehr bedauerlich, dass die Sozialdemokraten nicht über ihren Schatten springen konnten einen so herausragenden Mann wie Richard von Weizsäcker an dieser Stelle zu ehren. Das von den Sozialdemokraten in der Diskussion vorgebrachte Hauptargument: er hat nicht das passende Geschlecht! Hierzu erklärt der kulturpolitische Sprecher der CDU-Fraktion Patrick Liesener: „Wir ehren Richard von Weizsäcker und Coco Schumann trotz ihres Geschlechts und orientieren uns an der Lebensleistung der Personen.“

Bürgerbeteiligung wichtiger Bestandteil

Der Beschluss zum Richard-von-Weizsäcker-Platzes beinhaltet außerdem, dass vor einer Platzumbenennung die direkten Anwohner angemessen informiert und an den Planungen beteiligt werden. Dies ist für die CDU-Fraktion ein wichtiger Baustein bei der Umbenennung des Kaiser-Wilhelm- Platzes.

Außergewöhnlich und identitätsstiftend

Mit den Christdemokraten sind sich Grüne und Liberale einig, dass sowohl der sechste Präsident der Bundesrepublik Deutschland, das erste Staatsoberhaupt des wiedervereinigten Deutschlands, Richard von Weizsäcker (1920-2015), wie auch der Jazzmusiker und Auschwitz-Überlebende Coco Schumann (1924- 2018) außergewöhnliche, identitätsstiftende, weit über Berlins Grenzen hinaus bedeutende Persönlichkeiten waren, die eine Ehrung verdient haben.

Patrick Liesener: „Da ist Richard von Weizsäcker, der am Zweiten Weltkrieg teilnahm und uns alle später mit seiner berühmten Rede vom 8. Mai 1985 aufrüttelte, indem er einen Reinigungsprozess aus der Bevölkerung heraus anmahnte. Und da ist Coco Schumann. Der Künstler, der unter einem Psyeudonym Musik machte, bis er denunziert und deportiert wurde, konnte lange Zeit nicht über das Erlebte sprechen und wurde doch ein wichtiger Zeitzeuge für die junge Generation, die Nationalsozialismus und Holocaust nur aus dem Geschichtsbuch kannte.“

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